Kultur

 manana

Mañana - das hoffnungsgeladene Wort

Wir überwachten ein Renovationsprojekt eines Freundes, der nur ferienhalber herreisen kann. Für die Montage einer Jalousie benötigte es die Koordination des herstellenden Metallbauers und des Baumeisters. Auf unsere Frage, wann die Lieferung samt Montage erfolgen wird, erhielten wir die Antwort „mañana“.

In der Schule gelernt, bedeutet der Begriff auf Deutsch „Morgen“. Wir warteten anderntags. Am Vormittag passierte nichts, sodann erkundigten wir uns anschliessend per Telefon, um welche Zeit dieser Einbau nun erfolgen würde. Nicht Heute hiess es, nein „mañana“. Als wir nach dem präzisen Termin für den Folgetag nachfragten, wurden wir aufgeklärt: diese Woche hat der Baumeister Ferien, nächste Woche der Metallbauer. Also bedeutet „mañana“ in diesem Fall frühestens in zwei Wochen.

Irritiert ob dieser Auskunft gingen wir auf Recherche und fanden heraus, dass das Wort „mañana“ in der spanischen Sprache zwei Bedeutungen hat. Es bedeutet „Morgen“, also der Folgetag. Die zweite Bedeutung lautet „in der Zukunft“. So kann „mañana“ Morgen oder irgendeinmal sein. Dies ist ein typisches Missverständnis im Sprachgebrauch. Es lohnt sich immer nachzufragen, um zu präzisieren. Die Definition „mañana, primera hora“, also Morgen früh erste Stunde, reicht auch nicht aus, hier besteht eine Zeitspanne zwischen etwa 8:00 und 09:30 Uhr.

Gut zu wissen

Zuweilen ist es mühsam, sogar lästig, auf „mañana“, zu warten, aber es gehört hier einfach dazu, und es lohnt sich nicht, sich falsche Hoffnungen zu machen oder sich darüber aufzuregen. Besser ist der Weitblick in der Planung und die Haltung, dass alles seine Zeit benötigt. Trotzdem, etwas Druck gepaart mit Geduld bringt die besten Erfolge. Sobald der Termin mit einer konkreten Zeit fixiert und vom Gegenüber bestätigt wird, klingelt es dann pünktlich an der Haustüre.